Das Wort Fastnacht wurde im Zusammenhang mit Mudau zum ersten Mal im "Amorbacher Klosterurbar" vom Jahre 1395 erwähnt. Verschiedene Bürger hatten Abgaben zu leisten, unter denen sich das "fasenachthune" befand. Im Jahre 1574 gab es bereits das "Schmutz"Essen in Mudau am Fastnachtsdienstag (eine Art Rühreiteig mit abgekochten Dörrfleischwürfeln), und laut Kirchenrechnungen ließ der Pfarrer im Jahre 1611 seinen Helfern "Faßnachtsküchlein" backen.
Im Laufe der letzten 150 Jahre vermischte sich unser Fastnachtsbrauchtum immer mehr mit dem rheinischen Karneval, zu dem Prunksitzungen, Prinzenpaare, Elferräte, Präsidenten und Garden gehören. Auch die Umzüge in ihrer heutigen Form sind davon beeinflußt. Zu den Traditionsfiguren Strohmann, "Herrle und Fräle", die meist altmodische Gewandstücke trugen, Hexen, "Deifel" und "Spitzdutten" gesellten sich die Narren mit der Karnevalsmütze. Der erste Vermerk über in Mudau vorhandene "22 St.Carneval Mützen" fand sich im Inventar des Gesangvereins "Frohsinn" Mudau vom 23. Oktober 1881.
Der bislang früheste Hinweis über die "organisierte Faschenaacht" stammt aus einer Zeitungsanzeige des Jahres 1886: Die "ExtraNarren SpitzDutten" luden in den großen Saal im "Deutschen Haus" zu "GeneralVersammlung & Hauptprobe" ein, wo sämtliche Narren im Costüm zu erscheinen hätten. Neben unserem 44jährigen Vereinsjubiläum können wir also noch ein Jubiläum feiern, nämlich mindestens "111 Jahre organisierte Fastnacht in Mudau".
Bis zum 1. Weltkrieg und später wieder danach wurde laut Heimatbuch von 1926 "auf Fastnacht ein Strohmann bereitgemacht; er wurde von größeren Buben gefesselt durchs Dorf geführt und mußte zeitweise wie ein Bär tanzen. Die maskierten Buben hatten hölzerne Heugabeln und storrten damit die vor den Bäckerläden ausgelegte Backwaren oder die an eisernen Rechen hängenden Würste bei den Metzgerläden herunter. Auch wurden öffentliche maskierte Aufzüge (Umzüge) mit anschließender Theateraufführung veranstaltet und Festspiele aufgeführt, in die historische Gruppen eingebaut waren, wobei mancher Ortseinwohner achiert, d.i. ausgespielt wurde. Die Kinder gingen scharenweise durch das Dorf und sangen das Lied "In dem Lande Afrika" oder riefen die Taktsprüche "Hoori, hoori, hoori ist die Katz!" und "Ätschele bobätschele!" Die Verkleideten besuchten die Häuser ihrer Bekannten, wo sie Dörrfleisch und andere Nahrungsmittel erhalten. Dabei sangen sie *Faschenaacht, die Panne kracht, die Kichli senn gebacke; Kichli raus, odder mer schlaache e Loch neis Hausch*". Auch die "Spreißelesvokääfer" gingen schon durch 44 Jahre MUDEMER FASCHENAACHT GESCHICHTE DER KARNEVALSGESELLSCHAFT "MUDEMER WASSERSUCHER
Das Wort Fastnacht wurde im Zusammenhang mit Mudau zum ersten Mal im "Amorbacher Klosterurbar" vom Jahre 1395 erwähnt. Verschiedene Bürger hatten Abgaben zu leisten, unter denen sich das "fasenachthune" befand. Im Jahre 1574 gab es bereits das "Schmutz"Essen in Mudau am Fastnachtsdienstag (eine Art Rühreiteig mit abgekochten Dörrfleischwürfeln), und laut Kirchenrechnungen ließ der Pfarrer im Jahre 1611 seinen Helfern "Faßnachtsküchlein" backen.
Im Laufe der letzten 150 Jahre vermischte sich unser Fastnachtsbrauchtum immer mehr mit dem rheinischen Karneval, zu dem Prunksitzungen, Prinzenpaare, Elferräte, Präsidenten und Garden gehören. Auch die Umzüge in ihrer heutigen Form sind davon beeinflußt. Zu den Traditionsfiguren Strohmann, "Herrle und Fräle", die meist altmodische Gewandstücke trugen, Hexen, "Deifel" und "Spitzdutten" gesellten sich die Narren mit der Karnevalsmütze. Der erste Vermerk über in Mudau vorhandene "22 St.Carneval Mützen" fand sich im Inventar des Gesangvereins "Frohsinn" Mudau vom 23. Oktober 1881.
Der bislang früheste Hinweis über die "organisierte Faschenaacht" stammt aus einer Zeitungsanzeige des Jahres 1886: Die "ExtraNarren SpitzDutten" luden in den großen Saal im "Deutschen Haus" zu "GeneralVersammlung & Hauptprobe" ein, wo sämtliche Narren im Costüm zu erscheinen hätten. Neben unserem 44jährigen Vereinsjubiläum können wir also noch ein Jubiläum feiern, nämlich mindestens "111 Jahre organisierte Fastnacht in Mudau".
Bis zum 1. Weltkrieg und später wieder danach wurde laut Heimatbuch von 1926 "auf Fastnacht ein Strohmann bereitgemacht; er wurde von größeren Buben gefesselt durchs Dorf geführt und mußte zeitweise wie ein Bär tanzen. Die maskierten Buben hatten hölzerne Heugabeln und storrten damit die vor den Bäckerläden ausgelegte Backwaren oder die an eisernen Rechen hängenden Würste bei den Metzgerläden herunter. Auch wurden öffentliche maskierte Aufzüge (Umzüge) mit anschließender Theateraufführung veranstaltet und Festspiele aufgeführt, in die historische Gruppen eingebaut waren, wobei mancher Ortseinwohner achiert, d.i. ausgespielt wurde. Die Kinder gingen scharenweise durch das Dorf und sangen das Lied "In dem Lande Afrika" oder riefen die Taktsprüche "Hoori, hoori, hoori ist die Katz!" und "Ätschele bobätschele!" Die Verkleideten besuchten die Häuser ihrer Bekannten, wo sie Dörrfleisch und andere Nahrungsmittel erhalten. Dabei sangen sie *Faschenaacht, die Panne kracht, die Kichli senn gebacke; Kichli raus, odder mer schlaache e Loch neis Hausch*". Auch die "Spreißelesvokääfer" gingen schon durch Mudi, um Ihre Bündeli an den Mann zu bringen.
Sofort nach dem ersten Weltkrieg wurde im Januar 1919 ein CarnevalVerein Mudau (CVM) gegründet, dessen Bestehensdauer aber nicht bekannt ist. Anfang der 30er Jahre versuchte "Pelikan" Franz Theo Bingler, eine Narrengesellschaft ins Leben zu rufen, was aber am Widerstand Pfarrer Nörbers scheiterte.
Die Entstehung des Vereins "KG Mudemer Wassersucher " war ein längerer Prozeß, der sich vom November 1952 bis zum Februar 1954 erstreckte. Man könnte sagen: 1952 war die Zeugung, 1953 die Geburt und 1954 die Taufe des Vereins:
So wurde erst wieder nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1952 auf Initiative des TSV Mudau eine organisierte Fastnacht in Mudau mit der Gründung eines Narrenvereins vorgeschlagen. Im November 1952 erhielt das Bürgermeisteramt eine Anfrage des TSV, ob es nicht möglich wäre, in Mudau eine organisierte Fastnacht durch Gründung eines Narrenvereins durchzuführen. Daraufhin hatte BM Bucher zur Gründungsversammlung ins Café Waldfrieden eingeladen. Anfang 1953 war dann die Geburtsstunde eines neuen Mudauer Fastnachtsvereins mit dem Namen "Narrenverein Hajo", der am 3. Februar 1954 auf den heutigen Namen "K.G, Mudemer Wassersucher" (KaGeMuWa) umgetauft wurde. Für die Namensgebung nahm man ein ortsprägendes Ereignis, nämlich die Wassersuche. Da die alten Brunnen verschmutzt waren, suchte man fast ein Jahrzehnt mit Wünschelrutengängern nach Wasser. 1951 votierte dann Prof. Becksmann aus Freiburg für einen Tiefbrunnen an der Wasserscheide zwischen Main und Neckar. Hierfür wurden die Mudauer belacht, ausgerechnet auf dem Plateau des Odenwaldes zwischen Mudau und Langenelz Wasser finden zu wollen oder zu müssen. Doch in 93 m Tiefe fand man damals Wasser. Dies nahm man zum Anlaß, den Narrenverein “Hajo” in Karnevalsgesellschaft “Mudemer Wassersucher umzubenennen. Welch gute Nase unsere Gründungsmitglieder unbewußt mit der Namensgebung hatten, zeigt sich darin, daß es für Feuchtigkeit, Flüssigkeit, ja allgemein das Naß das lateinische Wort “humor” gibt, das heißt übertragen: Wassersuche ist gleichzeitig auch die Suche nach dem inneren “Naß”, dem Humor!
Gleich im Gründungsjahr wurden mit dem Rosenmontagszug die Tradition der früheren "Aufzüge" mit einem großen, prachtvollen Umzug fortgesetzt.
Am 3. Februar 1954 kam dann der bisher bestandene "Narrenverein Hajo" in der Narrenburg "Waldfrieden" zusammen, um die neue närrische Faschenaachtsgesellschaft zu gründen. Gerhard Link schrieb im Protokollbuch: "Wie vorauszusehen war, wollte jeder der Anwesenden die Ehrenämter des Vorstandes, Schriftführers, Kassiers etc. übernehmen, und es wurde viel leeres Stroh gedroschen. Unter der vorzüglichen Leitung unseres Gemeindeoberhauptes, Herrn Bürgermeister Bucher, gelang es dann doch, eine Vorstandschaft zusammenzubringen, und die närrischsten Narren wurden freiwillig gezwungen, den "ehrenvollen" Auftrag anzunehmen.
Die Hauptschlacht war geschlagen und die künftigen *Wassersucher* konnten sich freuen, solche Wasserköpfe an der Spitze zu haben." Am selben Abend wurde auch die Gründungsurkunde verfaßt:
(Gründung einer KarnevalsGesellschaft (Kage)
"Wassersucher”
Der bedeutungsvollen Vergangenheit bewußt, der Zukunft der Mudauer Narretei dienend, haben sich nachstehende Narren für die Mitgliedschaft in der KarnevalsGesellschaft "Hajo" bereiterklärt:
1. Erich Bucher
2. Tom Gaibler
3. Fritz Link
4. Paul Hemberger
5. Wilhelm Bauer
6. Alfred Linz
7. Franz Theo Bingler
8. Ferdinand Grebesich
9. Gerhard Link
10. Paul Bingler
11. Alois Vollmer
12. Edgar Hönig
13. Werner Burkardt
14. Klutz Alois
Nachdem sich all die in der Narrenburg Anwesenden eingeschrieben haben, wurde folgender Vorstand einstimmig gewählt:
1. Vorsitzender: Gaibler Thomas
Stellvertreter: Bucher, Bgmstr.
Schriftführer: Link Gerhard
Kassier: Bingler Paul
Organisationsleiter: Vollmer Alois
Laut Beschluß der neugewählten Vorstandschaft wird der Beitrag wie folgt festgelegt :
In Anbetracht der ganz besonders gelagerten Verhältnisse ist der Gesamtvorstand der Ansicht, einen Deutschen Pfennig täglich als Beitrag abzuknöpfen.
Der Sinn und Brauch der neugegründeten NarrenGesellschaft ist durch Vereinsstatuten in einer demnächst festzulegenden Vorstandsitzung klarzustellen.
Als Vereinslokal ist die Narrenburg "Zum Waldfrieden" festgelegt.
gez: Die Vorstandschaft
Geschehen zu Mudau in der Narrenburg am 34. Tag des Narrenjahres um 24.00 Uhr 1954.)
Drei Tage später, am 6. Februar, fand im Gasthaus “Zum Löwen” die monatliche Versammlung des Odenwaldklubs statt. Diese Gelegenheit wurde ausgenützt, Mitglieder für die Karnevalsgesellschaft zu werben, und die Mitgliederzahl schwoll von 14 auf 50 an.
Ab 1954 fanden auch in den verschiedenen Gaststätten Mudaus die "Großen Prunkund Fremdensitzungen" beachtliche Resonanz, zu denen der gesamte Narrenstaat mit Elferrat und Prinzengarde das Prinzenpaar mit einem Fackelzug durch Mudaus Straßen geleitete. Einen würdigen Rahmen bekamen diese stets auf hohem Niveau stehenden Prunksitzungen mit der Fertigstellung der Odenwaldhalle ab 1960. Und seit 1987 finden zwei Prunksitzungen statt, nachdem die Kartennachfrage in den vorangegangenen Jahren gewaltig anstieg.
Den zweiten Höhenpunkt der Mudemer Faschenaacht bildet seit Gründung des Vereins der "Große Odenwälder Rosenmontagsumzug", der sich ursprünglich vom Neuhof aus durch Mudis Hauptstraße bewegte und sich auf dem Rückweg am Rathausplatz auflöste.
Zum Abschluß des organisierten Fastnachtsgeschehens erfolgte die Proklamation des Prinzenpaares vom Rathausfenster aus. Das Regierungsprogramm wurde von den närrischen Bürgern auf dem stets überfüllten Rathausplatz in großer Heiterkeit dankbar angenommen. Wegen den Verkehrsbehinderungen wurden später auch die Prinzenpaarproklamationen vom Rathausplatz in die Odenwaldhalle verlegt.
Nach der Proklamation zog der Hofstaat durch "Mudis Wertschafte" und feierte die tollen Tage in ausgelassener Stimmung. Dies war die "Hoch"Zeit der Kappenabende und der Straßenfastnacht mit unzähligen Masken und Kostümen.
Nicht zu vergessen sind die kleinen Narren, Ihr Umzug führte den Rosenmontagszug seit 1953 an. In den Jahren 19571960 gestaltete der Verein allerdings einen eigenen Kinderumzug am Faschenaachtsdienstag. Und seit dem Jahre 1967 gibt es auch die allseits beliebte und viel beachtete Kinderprunksitzung.
Weitere Aktivitäten des Mudemer Karnevalsvereins waren die Durchführungen von Kappenabenden, Maskenbällen, Tanzveranstaltungen und Vereinsausflügen. Uneigennützig zeigte sich der Verein bei Gemeinschaftsveranstaltungen mit Musikund Gesangverein zwecks Anschaffung eines Klaviers für die Odenwaldhalle (1962) und mit den anderen Mudauer Vereinen zugunsten von " Aktion Sorgenkind" (1975). Außerdem wurde der Erlös einer Tanzveranstaltung im Jahre 1964 zur Beschaffung einer neuen Bartheke in der Odenwaldhalle zur Verfügung gestellt.
Marksteine in der Geschichte der KAGEMUWA waren ferner die Anschaffung einer neuen Standarte, die den Wassersucher in seiner Odenwälder Tracht zeigt (1966), das 1971 gefundene Spezialwasser der Mudemer Wassersucher, das "Eau de Mudagne", die Aufnahme in den Narrenring MainNeckar als 26. Mitglied im Jahre 1972, Eintragung in das Vereinsregister 1972 und Beitritt zum BDK im Jahre 1980. Zum Jubiläumsjahr 1973 wurde ein neues Wassersuchersymbol geschaffen, der WassersucherNarr auf einer Wasserwoge über dem Mudauer Wappen. Im Jahre 1970 schufen die Wassersucher einen gewichtigen Jahresverdienstorden, der alljährlich einer Person für besondere Verdienste um die Mudemer Faschenaacht verliehen wird, und 1979 entschloß sich die Vorstandschaft, den SpreißelesVerkauf gemäß alter Überlieferung wieder einzuführen. Seither beleben die Mudemer Spreißelesvokääfer am Fasch'naachtssonntag das Mudauer Ortsbild.
Zweimal beeinträchtigten äußere Geschehnisse die Mudauer Faschenaachtskampagnen: Außer einem Kinderumzug kleinen Stils unterblieben im Jahre 1957 sämtliche Faschenaachtsveranstaltungen wegen einiger örtlicher Todesfälle von gewisser Tragik und wegen der politischen Lage (Einmarsch der Russen in Ungarn), 1991 wurden nach unserer Fastnachtseröffnung auf hoher See weitere Fastnachtsveranstaltungen wegen des Golfkrieges kurz vor dem Ordensfest abgesagt.
Doch was wäre eine Karnevalsgesellschaft ohne Aktive, die das Fastnachtsbrauchtum hegen und pflegen. Die Mudemer Narrenschar wurde stets geführt von einem schmucken Prinzenpaar, das Unterstützung fand durch den Präsidenten mit seinem Elferrat, den Ehrenrat und der Prinzengarde. Eine emsige Vorstandschaft sorgte mit relativ wenigen Helfern für erstaunliche Ergebnisse, vor allem beim Umzug und in der Prunksitzung. Den Verein führten in den 44 Jahren Tom Gaibler (195458), Franz Theo Bingler (1959), Hilmar Bingler (196061), Gerhard Kistner (196169), KarlOtto Müller (197078), Dieter Gräber (19791984), Karlfred
Linz (198488) und seit 1988 Alex Link.
Aus einer Vielzahl der bisher engagierten Aktiven sollte man, ohne die Leistungen anderer schmälern zu wollen, einige “Obernarren” erwähnen, die die Geschichte der Mudemer Wassersucher entscheidend prägten: BM Erich Bucher, “Pelikan” Franz Theo Bingler, der unermüdliche Zuggestalter Alois Vollmer, die “Faschnaachtsanna” Anna Schell, und aus der nächsten Generation den Wagenbauer Walter Lorenz und das Büttenas “Locka” Helmut Korger als “Odenwälder Bär”. Die Namen der vielen anderen aktiven WassersucherNarren können Sie dann in der stichwortartigen Chronik nachlesen, die im Laufe des Abends an alle Interessenten ausgeteilt wird.
Zu Ehrenmitgliedern wurden in diesen 44 Vereinsjahren ernannt: Anna Schell, Max Bösl und Alois Vollmer (1962), Wilhelm Bauer und Ludwig Konrad (1970), Erich Bucher, Alfred Linz, Karl Gimbert und Gerhard Link (1973) , Irmgard Rippberger (1978), Walter Schröpfer und Josefine Zechmeister ( 1983), Walter Lorenz (1989) Helmut "Locka" Korger (1990), und zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden KarlOtto Müller (l979).
Als Traditionsfiguren beleben auch heute noch Hexe un Deifel, Strouhbär, Herrle und Frääle, Halbherrn, Narrespitzdutte und Wassersucher unsere Odenwälder Faschenaacht, und ich bin mir sicher, daß Sie heute noch viele dieser Figuren zu Gesicht bekommen.
Der Verein besteht im diesjährigen Jubiläumsjahr, in dem der 44. Geburtstag gebührend gefeiert wird, aus rund 350 Mitgliedern.
Die verantwortlichen Narren haben sich in den vergangenen Jahren dem Erhalt alten Brauchtums verschrieben und deshalb die erforschten und überlieferten Fastnachtsaktivitäten in ihre närrische Kampagne übernommen. Das Narrenprogramm besteht inzwischen aus Fastnachtsausgrabung mit Elferratsvereidigung, Ordensfest, zwei Prunksitzungen, Kinderprunksitzung, Ausrufen der hohen Tage der Narretei auf den Rathausstufen mit anschließendem Schmutzessen, Spreißelesvokaafe, Rathauserstürmung am Rosenmontag, Sauerbratenessen und Rosenmontagsumzug, bevor um Mitternacht des Fastnachtsdienstags mit Heulen und Wehklagen die Fastnacht verbrannt wird. Mit dem Kateressen am Aschermittwoch klingt schließlich die Mudemer Faschenaachtskampagne aus, und jeder, der sie miterlebt, und sei es auch nur heute in unserem Filmrückblick, an den Bilderwänden im Foyer oder bei dem Geschehen hier auf der Bühne, stimmt mit ein: "Oh jej, oh jej, oh jej, in Mudi is halt schej!" Das wünsche ich jedenfalls Ihnen allen, die mit uns in dieser schmucken Halle unseren Geburtstag mitfeiern. Möge diese Feier ein schönes Erlebnis für alle Beteiligten werden!